logo3.gif (24002 Byte)

Gemeinnützige Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!" e.V.

Vorsitzender: Burkhard Stieglitz

Krautsberg 5

42275 Wuppertal

Tel. 0202/550998

Spendenkonto: 05 216 011 00

Dresdner Bank Wuppertal BLZ 330 800 30

"Rettet die Schwebebahn!"

Die Schwebebahn ist wie die Müngstener Brücke ein Teil unserer Bergischen Heimat. Sie gehört wie die Kabelbahnen von San Francisco sogar zum Weltkulturerbe der Menschheit. Sie wurde bei ihrem Bau 1897-1901 international als technisches Meisterwerk bestaunt! In Nordrhein-Westfalen gibt es neben dem Kölner und dem Aachener Dom nur noch ein Bauwerk von Weltrang: die Bergische Schwebebahn! Wie kann der Wuppertaler Stadtrat die Schwebebahn am 26. Mai 1997 unter Denkmalschutz stellen und genau eine Woche später ihren vollständigen Abriß und Neubau beschließen?

Die Müngstener Brücke ist noch voll funktionsfähig. Sie feiert im Originalzustand zurecht am 28. Juni 1997 ihr 100stes Jubiläum. Von Abriß und Neubau ist keine Rede. Brücke und Schwebebahn sind wie zwei Geschwister, die zusammengehören. Beide sind Meilensteine des Stahlkonstruktionsbaus. Beide wurden aus genieteten Stahlträgern von der Firma MAN Augsburg errichtet. Beide überspannen die Wupper, unterliegen dem gleichen Klima und damit denselben Korrosionsproblemen. Beide Bauwerke sind der Stolz des Bergischen Landes! Wer uns die Schwebebahn nimmt, zerstört einen Teil unserer Heimat!

Noch können wir diesen Akt der Barbarei und der Schande verhindern! Im September 1997 soll mit dem Totalabriß begonnen werden, der sich dann über 4 Jahre hinziehen wird. Zum 100jährigen Jubiläum soll die historische Bahn restlos einem Neubau gewichen sein, und das, obwohl erst vor 10 Jahren die gesamte Bahn renoviert wurde! Dabei wurde das Gerüst für 38 Millionen DM für die größere und schnellere Fahrzeugklasse der 70er Jahre statisch verstärkt. Bevor sich die Wuppertaler Stadtwerke damals zu dieser aufwendigen Renovierungsmaßnahme entschlossen, holten sie sich mehrere Wissenschaftliche Gutachten ein, ob sich die statische Verstärkung und Renovierung des Schwebebahngerüstes auch lohne. Das Ergebnis faßte zum 75jährigen Jubiläum der damalige Vorstandsvorsitzende der Wuppertaler Stadtwerke AG Harald Graf am 28. Mai 1976 zusammen:

"Der weitaus überwiegende Teil des Schwebebahngerüstes besteht nach wie vor in der auf uns überkommenen ursprünglichen Form. Hier interessiert natürlich die Frage, welche Lebensdauer das Gerüst wohl noch haben könnte.... Da in den Jahren 1972 - 1974, übrigens mit Investitionshilfe des Landes Nordrhein-Westfalen, der gesamte Wagenpark ausgewechselt wurde, wurden in Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde und mit Unterstützung des Landes 1975 unter der Leitung von Professor Dr. Ing. Reinitzhuber, Dortmund, Last-Dehnungs-Messungen ... am Gerüst durchgeführt. Auch diese neuesten Untersuchungen geben uns die Überzeugung,

daß das Schwebebahngerüst ohne weiteres weitere 75 Jahre halten kann,

unter der Voraussetzung selbstverständlich, daß es laufend einwandfrei konserviert, d.h. vor allem regelmäßig gestrichen wird." Heute wissen wir aufgrund neuer Korrosionsschutzmaßnahmen: Die Bahn hält so lange wie sie sachkundig gepflegt wird.

Nachdem die Bahn am 26. Mai 1997 unter Denkmalschutz gestellt wurde, ist ein Abriß und Neubau nur dann zulässig, wenn gutachterlich festgestellt wird, daß die Verkehrssicherheit gefährdet und auch nicht durch Renovierung wiederhergestellt werden kann. Warum verweigert der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, seit Monaten die Einsicht in die Gutachten? Sind diese unseriös oder gibt es sie womöglich gar nicht? Ohne Gutachten, das den irreparabelen und verkehrsgefährdenden Zustand des Schwebebahngerüstes dokumentiert, darf dieses einzigartige Bauwerk nicht abgerissen werden. Die Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" hat den Petitionsausschuß des Landtages eingeschaltet, um an diese Gutachten zu kommen. Durch ihre unbegreifliche Weigerung, die Gutachten zu publizieren, stehen Stadt und Stadtwerke unter dem Verdacht, ein funktionsfähiges Verkehrsmittel abzureißen. Weicht die "gute alte Schwebebahn" etwa einem Neubau, weil ihre Renovierung (ca 80 Millionen DM für einen neuen Korrosionsschutz ) zu preisgünstig wäre? Abriß und Neubau kosten dagegen über eine Milliarde DM. 450 Millionen DM zahlt das Land NRW als Zuschuß. Bis heute blieben der Stadtrat und die WSW die Antwort auf die Frage schuldig: wer zahlt die restlichen 550 Millionen? Die Verantwortlichen in Stadt und Land stehen des weiteren unter dem Verdacht der Haushaltsuntreue.

  1. Das Schwebebahn-Gerüst ist so intakt wie das Gerüst der Müngstener Brücke. Die Schäden am Anstrich gefährden nicht die Statik. Die Wuppertaler Stadtwerke haben allerdings den Korrosionsschutz im Streckenabschnitt zwischen den Schwebebahnhöfen Döppersberg und Robert-Daum-Platz sträflich vernachlässigt, um ihre Abrißpläne besser begründen zu können.
  2. Trotz dieser absichtlichen Versäumnisse kann das Schwebebahngerüst für ca. 80 Millionen DM mit einem neuen Korrosionsschutz versehen werden. (200 DM pro m² bei großzügiger Kalkulation).
  3. Die örtlichen Zeitungen (Westdeutsche Zeitung und Wuppertaler Rundschau) desinformieren die Öffentlichkeit bewußt seit Monaten über die Tatsache, daß das Gerüst der Schwebebahn gar nicht marode ist. Die entsprechenden Argumente -vorgebracht in Presseerklärungen und Publikationen unserer Bürgerinitiative- sowie diesbezügliche Leserbriefe werden unterdrückt. Statt dessen beunruhigt man die Öffentlichkeit mit dem lächerlichen Schreckgespenst von in die Wupper stürzenden Schwebebahnen (unter der Rubrik "Offen gesagt" am 31.5. 97 in der Westdeutschen Zeitung).

Aber noch ist es nicht zu spät!

Wir müssen als Bürger selbst die Information der Öffentlichkeit in die Hände nehmen. Helfen auch Sie mit, daß unsere einzigartige Schwebebahn in vier Jahren ihren 100sten Geburtstag in renoviertem Glanz feiern kann. Schwebebahn und Müngstener Brücke müssen auch für kommende Generationen als verwandte und benachbarte Bauwerke Anziehungspunkte des Bergischen Landes bleiben. Wir benötigen dringend Ihre Unterstützung in jeder Hinsicht, um unseren Forderungen in den nächsten Monaten Nachdruck zu verleihen.