Schwebebahn - Jetzt wird’s ernst:

STRAFANZEIGE GEGEN STADTWERKE WEGEN SUBVENTIONSBETRUGS

"Der Abriß der Stützen 66-72 in der Eugen-Langen-Straße am Sonnborner Kreuz ist kriminell und gehört vor das Gericht! Eine viertel Stunde genügt, und Sie können sich vor Ort davon überzeugen, daß wir recht haben." begründete der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!", Diplom-Volkswirt Burkhard Stieglitz (49), die Strafanzeige des Vereins gegen den Vorstand der Wuppertaler Stadtwerke AG. "Zwei Jahre lang wurden unsere Einwände ignoriert. Bis heute spielt man mit den Gutachten ein Versteckspiel. Jetzt ist unsere Geduld endgültig zu Ende."

1973 mußte das Schwebebahngerüst über einen halben Kilometer Länge im Bereich des Sonnborner Kreuzes um 2,16 m angehoben werden, damit die Schwebebahnen sicher die Autobahn überqueren kann. Dabei wurden die Stützen 66-72 nicht nur angehoben, sondern die Stahlstiele auch ausgetauscht und zusätzlich mit einem Querträger versehen. Es handelt sich um neuwertigen Stahl, der doppelt so dick ist wie der der alten Träger. Auch der Laie kann den Unterschied sofort erkennen: Alle Stützen sind oben deutlich sichtbar durchnumeriert; Träger 65 ist hundert Jahre alt, was man an der vollständigen Vernietung erkennen kann; Stütze 66 ist neu und geschweißt; an einigen Stellen erkennt man die neuen Stützen an den Verschraubungen, die 1901 noch nicht möglich waren. Und es sind keinerlei Korrosionsschäden festzustellen!

Allein der Abriß der makellosen Stützen 66-72 im Bereich der Eugen-Langen-Straße kostet uns Steuerzahler ca. 5 Millionen DM! Geld, das vollkommen sinnlos verschwendet wird!

Es erweist sich einmal mehr, wie dringend erforderlich es ist, daß endlich ein Gesamtgutachten vereidigter und neutraler Sachverständiger zum Wuppertaler Schwebebahn-Gerüst und den Bahnhöfen erstellt und veröffentlicht wird. Die Schwebebahn befindet sich auf der 13 Kilometer langen Strecke, sowohl was den Korrosionsschutz und den Stahl, als auch was die Konstruktion betrifft, in sehr unterschiedlichem Erhaltungs-Zustand. Die Wuppertaler Stadtwerke berufen sich lediglich auf ein bis heute (12.6.98) unter Verschluß gehaltenes Gutachten zum Bahnhof Werther Brücke. Gerade dieses geheimgehaltene "Gutachten" dient nun dazu, den Abriß der Stützen 66-72 zu begründen. Das ist geradezu absurd! Vom Sonnborner Ufer aus kann man in Augenhöhe gut beobachten, daß auch die Brücken im oberen Bereich keine nennenswerten Korrosionsschäden aufweisen. Was dem Laien von fern wie Rost erscheint, ist in Wahrheit brauner Korrosionsschutzanstrich!! Haben Sie einmal eine viertel Stunde Zeit für Ihre Stadt und für die Schwebebahn? Dann überzeugen Sie sich selbst. Es lohnt sich! Wir Bürger müssen wach sein für das, was in Wuppertal, der korruptesten Stadt Deutschlands, noch immer passiert! Warum beginnt der Abriß ausgerechnet mit dem Gerüstabschnitt, der am geringsten beschädigt ist. Wenn die WSW auf halber Strecke Pleite sind, hat man zuerst die besten Gerüstabschnitte "ausgetauscht". Wird die Schwebebahn dann an "Investoren" für eine Mark verkauft?

Die Statik der künftigen Bahnhöfe der Landstrecke ist eindeutig schlechter als die der alten. Die heutigen Bahnhöfe stehen auf 6 Stützen, von denen jeweils 4 mit Rundbögen verstärkt wurden. Neuwertige Querstreben sichern nochmals die Träger unter den heutigen Bahnhöfen. Die neuen Bahnhöfe sollen wie ein Klapptisch nur noch auf vier Stützen stehen. Und das soll stabiler sein? Jetzt soll dieser Mangel durch 8 -10 Meter tiefe Fundamente ausgeglichen werden. Die Bahnhöfe der Landstrecke wurden erst in den 90er Jahren renoviert. Die Kritik ließe sich fortsetzen!

Dennoch beginnen die Bauarbeiten überstürzt ausgerechnet an der Landstrecke, obwohl erst am 9. Juni 1998 die Anhörungen für die Bahnhöfe der Landstrecke erfolgten. Dabei mußte der Vertreter der Stadtwerke, Günther Beyen, eingestehen, daß der Bau eines Bahnhofs nicht wie geplant in einem Monat zu bewerkstelligen sei. Betroffene verwiesen auf den Bahnhof Kluse, der nun schon seit über einem halben Jahr im Bau ist. Das genaue Ende der Arbeiten ist nicht abzusehen.

Die wenigsten Bürger wissen, daß Sie in den kommenden ein bis zwei Jahren nicht nur Verkehrssperrungen, sondern auch monatelang nächtlichem Lärm ausgesetzt sein werden, der alles übertrifft, was man im Rahmen der Gerüst-Inspektionen bisher gewohnt ist. Es ist über Wochen hinweg nicht möglich nachts ein Auge zu zumachen. Anwohner in der Eugen-Langen-Straße haben gegen den unerträglichen Lärm vor Gericht auf Nachtruhe geklagt. "Wir kamen uns nachts vor wie mitten auf einer Werft," beklagten sich die Anwohner. "Die Kinder schliefen tagsüber auf dem Spielplatz ein und weisen langsam Verhaltensstörungen auf. So geht das schon seit vier Wochen. Dabei soll das Schlimmste erst noch kommen und das alles nur um neue Träger durch neue zu ersetzen. Wir können hier von unserem Balkon aus beurteilen, daß die Stützen erst wenige Jahre alt sind. Die Bauarbeiten hier sind völlig überflüssig, man verlangt uns unnötige Opfer ab," so Frau Jahns aus der Eugen-Langen-Straße 23. Die Bürgerinitiative, die anwaltlich von Verwaltungsjuristen beraten und vertreten wird, führt einen Informationsabend durch. Es geht Sie an, es geht uns alle in Wuppertal an:

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"Die Strafanzeige! -

Der Neubau der Schwebebahn - unnötig, rechtswidrig, ruinös - Hintergründe, die man der Öffentlichkeit verschweigt."

Vortrag und Diskussion
Mittwoch, 17. Juni 1998, 19.30 Uhr
Hotel Amadeus, Sonnborner Str. 75.
Referent: Burkhard Stieglitz (Dipl.-Volkswirt, parteilos)
Es lädt ein die überparteiliche und gemeinnützige
Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" e.V.,

Krautsberg 5, 42275 Wuppertal
Tel. 55 09 98 Fax 558494

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