Schwebebahn:

DER PROZESS

Am 10. Februar 1999 findet um im Landgericht der von der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" e.V. angestrebte Prozeß um die Schwebebahn statt.

Immer wieder hatte die Bürgerinitiative die Offenlegung der Gutachten gefordert, wonach das Gerüst der Schwebebahn angeblich "marode" sei. Die Bürgerinitiative spricht mittlerweile nur noch von der Korruptionsbahn und von Subventionsbetrug, dem die heutige Schwebebahn zum Opfer fällt. Von diesem Vorwurf nehmen wir nichts zurück. Die neue Schwebebahn ist als "Korruptionsbahn" ein Symbol des "modernen" Wuppertals.

Der Vorwurf des Subventionsbetruges der Bürgerinitiative wird vor Gericht begründet. Der Ausbau der Schwebebahn wurde bereits von 1979 bis 1984 durchgeführt. Es wurde damals das Gerüst für 37 Millionen DM statisch verstärkt und alle Bahnhöfe (Ausnahme die Station Pestalozzi-Straße) renoviert. Das Schwebebahngerüst benötigte lediglich einen neuen Korrosionsschutz. Das heutige Gerüst ist - entgegen den betrügerischen Behauptungen der Stadtwerke - stabiler als vor 20 Jahren! Gutachten aus den 70er Jahren geben dem Gerüst nach Abschluß der Verstärkungsmaßnahmen nochmals ein Lebensdauer von 75 Jahren! Dann müsse man wieder Gutachten einholen. Heute ist die Transportkapazität der Schwebebahn nach der Modernisierung und Anschaffung der neuen Gelenkzüge etwa 50 % höher als noch in den 40er Jahren. Damals transportierte die Schwebebahn 25 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Heute sollen es ca. 23 Mio sein. Wahrscheinlich sind es weniger, denn es wurde gar keine Verkehrszählung an den Stationen durchgeführt. Nur um die Landeszuschüsse zu verbauen reißt man die Schwebebahn ab und baut sie neu. Wuppertal hat nach Abschluß dieser absurden Baumaßnahme als einzige Stadt Nordrhein-Westfalens danach nicht einen Meter mehr Öffentlichen Personennahverkehr.

Die Schwebebahn soll angeblich "nur" 490 Millionen kosten. Aber versichert wurde sie auf Neuwerte in den 80er Jahren für 1000 Milliarden. Wer zahlt die fehlenden 500 Millionen? Wo bleiben die Kosten für die Abstützung der Wuppermauern, der neuen Fundamente, der Verlegung der Heizwärmerohrleitungen, die Zeitverzögerungen beim Bau?

Die korrupte Stadt kann das Vertrauen redlicher Bürger nur verdienen, wenn sie die Gutachten öffentlich macht.

Der Neubau der Schwebebahn ist so sinnlos wie die Amputation eines gesunden Beins.

Wir gehen als Bürger notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht, sollten Stadt und Stadtwerke weiterhin alle Gutachten unter Verschluß halten.

Wuppertal:

Bruchlandung statt Aufbruch

die kommenden 5 Jahre werden die entscheidenden in der Geschichte dieser immer korrupter werdenden Stadt . Binnen 5 Jahren sollen Mittel verschleudert werden, die der Stadt auf Jahrzehnte fehlen werden und sie handlungsunfähig machen wird.

Nicht nur das sinnlose Schwebebahnprojekt wird doppelt so teuer und ist daher nur zur Hälfte finanziert. Zwei weitere Projekte zeigen wie unsere Steuergelder verschleudert werden:

Am Döppersberg - eine Kreuzung die zur Zeit kaum Verkehrsprobleme hat - soll ein Busbahnhof für über 250.000.000 DM hingeklotzt werden: Ein riesiger Abgasbunker unter dem die Kreuzung mit ihren täglichen zigtausenden von Fahrzeugen eingesagt sein wird. Das bedeutet als Folgekosten: ständige Beleuchtung, Entlüftung der Abgase, Kosten für Rolltreppen etc. Der Busbahnhof wird zu einer Unterwelt einer Brutstätte der Kriminalität wenn nicht hohe und ständige Polizeipräsenz verhindert. Wenn man heute schon - angeblich - nicht mit der Kriminalität im Tunnel vom Hauptbahnhof zum Schwebebahnhof fertig wird und diesen "Angstraum" zuschütten will, wie kann man dann eine derartige Unterwelt von zigtausenden von Quadratmetern eine ganze Kreuzung zubetonieren?

In 20 Jahren wird dann der Abgasbunker wieder abgerissen und man entschuldigt sich , die Gefahren und Kosten nicht bedacht zu haben.

Gleichzeitig leistet sich die Stadt einen "Wuppersammler". Um das Robbensterben und die Algenpest zu bekämpfen baut die Stadt für ca. 340.000.000 DM Rohrleitungen, damit das Regenwasser nicht wie bisher in die Wupper sondern zunächst 10 Kilometer parallel zur Wupper nach Buchenhofen zur Reinigung geleitet wird! Anstatt sich mit allen Städten an der Wupper bei Leverkusen die Wupper einmal vollständig zu reinigen und sich die Kosten zu teilen, leitet man mit einer parallelen Kanalisation das Wasser zunächst nach Buchenhofen um es dort zu reinigen. Und das obwohl die Wupper mittlerweile so sauber ist, daß längst wieder Fische darin leben können. Es kommt hinzu, daß die Autos nur noch wenig Öl verlieren und es in Wuppertal so viel regnet, daß der Straßenschmutz kaum eine Belastung für die Wupper darstellt.